Der Billigflieger Ryanair will in seinen Flugzeugen Stehplätze einrichten. Karten für die Stehblöcke soll es an der Tageskasse schon für 5,00 Euro geben. Ryanair-Präsident Theo Fuffziger möchte damit der oft kritisierten Kommerzialisierung des Flugbetriebs begegnen und die Bindung zu den treuesten Anhängern stärken. Diese können sich teure Tickets für die Business Class oder gar die VIP-Tribüne schon lange nicht mehr leisten und müssen oft sogar Heimflüge am Fernseher verfolgen. Bordservice wird es auf den Billigrängen nicht geben, stattdessen werden Bratwurststände und Bierstützpunkte aufgebaut, die allerdings bei Risikoflügen (Mallorca, Bielefeld) nur Alkoholfreies ausschenken dürfen. Auswärtige Fluggäste müssen sich in einem eingezäunten Bereich aufhalten, den sie erst eine Stunde nach Flugende verlassen dürfen. Im Stehplatzblock ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern natürlich genauso untersagt wie das Werfen von Gegenständen aufs Flugfeld. Sprechchöre gegen die Business Class („Scheiß Millionäre“) sind zu unterlassen, Gesänge nach einem gelungenen Aufstieg („Wir woll‘n die Mannschaft seh‘n“) dienen dagegen dem Ansporn des Teams. Einzig auf der Strecke Kundus – Berlin wird selbst Ryanair keine Stehplätze anbieten, weil deutsche Schlachtenbummler nach Begegnungen in Afghanistan immer öfter liegend heimkehren.
(Dieser Artikel erschien am 20.07.2010 im Frankfurter Magazin)